Pontius Pilatus:
Das Urteil des Pilatus
Das jetzt unter der Empore aufgehängte Gemälde vom Verhör Jesu vor dem Hohen Rat hing ursprünglich auf der unteren Empore hinter der Kanzel.
Abb.: Das Urteil des Pilatus
Kurze Beschreibung des Bildes
In einem reich mit Blattwerk und Rosen in Gold und Weiß gehaltenem barocken Schnitzrahmen wird eine farbenprächtige Szene estgehalten. In der Mitte steht auf einem Podest unter einem Baldachin (mit einem Medaillon mit Mose und den Gesetzestafeln) der Hohepriester Kaiphas. Auf einem zweiten Podest am linken Bildrand ist ebenfalls unter einem Baldachin der römische Statthalter Pontius Pilatus sitzend dargestellt.Rechts neben ihm im Hintergrund ist seine Frau Claudia Rogalla mit einem bediensteten Mohren zu erkennen. Vorne links sitzen zwei Notare an einem Tisch. Auf diesem Tisch stehen Schüssel und Krug, die Pilatus benutzt hat,
um seine Hände "in Unschuld" zu waschen. Vorne rechts sitzt Jesus auf einem Säulenstumpf, an den Händen gefesselt, mit Purpurmantel und Stab als Zeichen seines angeblichen königlichen Anspruchs. Rechts und links sind malerisch verteilt die Vertreter der geistlichen und weltlichen jüdischen Gremien mit jeweils einer Schrifttafel mit ihrem Prozeßbeitrag. Drei weitere Personen rechts und links ohne Tafel können römische oder jüdische Beamte sein. Im Hintergrund weitet sich der Blick durch zwei Fenster auf die Stadt Jerusalem mit zahlreichen repräsentativen Bauten. Im rechten Fenster erscheint eine große Volksmenge mit einem Kreuz und fordert Jesu Tod. [1]
Zur Person:
Pontius Pilatus war im Jahre 26-36 n.Chr. römischer Statthalter (Prokurator) in Judäa. Im Jahre 30 n.Chr. sprach er das Todesurteil gegen Jesus von Nazareth aus und ließ ihn kreuzigen. Außerbiblisch galt Pilatus als hart, grausam, autoritär und rücksichtslos, so dass er während seiner Amtszeit mehrmals für Empörungen in Judäa sorgte. Schließlich wurde er von Rom abgesetzt und zur Verantwortung gezogen.[2] Dort hat er wahrscheinlich Selbstmord begangen.[3]